Wieso eine gymnasiale Oberstufe in Bürstadt sinnvoll wäre!

Die Ausgangsituation ist folgende: Die Schülerzahlen im Kreis steigen. Bürstadt ist eine Zuwachsgemeinde und besitzt die größte Grundschule im Kreis.

Das heißt jedoch im Umkehrschluss, in Bürstadt gibt es sicherlich genügend Kinder, die auch in Bürstadt auf ein Gymnasium gehen könnten. Zurzeit gehen diese jedoch vor allem nach Lampertheim bzw. an die Bergstraße in die entsprechenden Gymnasien.

Dies passiert meines Erachtens nur aus einem einfachen Grund. Der gymnasiale Zweig in Bürstadt endet leider nach der zehnten Klasse. Danach müssen die Kinder auf eines der umliegenden Gymnasien ausweichen. Da ist es doch nur logisch, dass die meisten Eltern ihr Kind direkt auf eines der umliegenden Gymnasien schicken, um den Schülerinnen und Schülern den zusätzlichen Wechsel nach der 10. Klasse zu ersparen.

Ende dieses Monats entscheidet der Kreistag über den neuen Schulentwicklungsplan und somit auch über die zukünftige Gymnasiale Ordnung im Kreis.

Zum einen Stand ein Neubau in Lorsch zur Diskussion. Dieser hätte den Kreis vor allem sehr viel Geld gekostet, das vermutlich wo anders besser investiert gewesen wäre. Bis das Gymnasium fertig gewesen wäre, wäre höchstwahrscheinlich der erwartete Schülerpeak schon vorbei, bzw. müsste dann doch noch von den vorhandenen Schulen abgepuffert werden.

Der zweite Lösungsplan sah einen Ausbau der Gymnasien in Bensheim und Heppenheim vor, was sicherlich kostengünstiger und schneller umsetzbar ist. Obwohl auch hier noch bauliche Maßnahmen getroffen werden müssten.

Was leider überhaupt nicht ins Spiel gebracht wurde, wäre folgender Plan gewesen: Stärkung der beiden kooperativen Gesamtschulen im Kreis.

Die GSS besitzt schon ein 2 zügiges Gymnasium mit Oberstufe, dieses hätte mit „Bordmitteln“ (sh. Beschlussvorlage 18-1542), 3 zügig werden können. Das heißt der dritte Zug wäre, bis auf die Lehrerstellen, die das Land Hessen und nicht der Kreis zahlen müsste, schon da!

Die EKS hätte ab dem nächsten Schuljahr eine 1-zügige gymnasiale Oberstufe bekommen. Auch dies wäre meiner Meinung nach ohne Problem möglich gewesen. Immerhin gibt es an der EKS ja schon ein 2 zügiges Gymnasium, aber leider nur bis zur 10. Klasse.

Wenn es für die Kinder in Bürstadt und Umgebung möglich wäre, bis zur 13. Klasse in Bürstadt zu bleiben, da bin ich mir sicher, würde dieses Angebot sicherlich von der Elternschaft genutzt werden.

Dies wäre für Bürstadt und seine Bürger sehr wünschenswert und hätte Bürstadt als Gemeinde, Stichwort: Mittelzentrum, attraktiver gemacht.

Auch im Hinblick auf den geplanten Sport und Bildungs-Campus, wäre im Übrigen ein Gymnasium bis zur 13. Klasse in Bürstadt sinnvoll, da mit dem Campus vermutlich ohne weiteres die Möglichkeit zur Bereitstellung von Sport -LKs möglich geworden wären.

„Es ist wirklich Schade, Bürstadt baut für 16 Millionen einen „Sport und Bildungs-Campus“ aber Abitur machen, ist hier nicht möglich!“

Bei dem Vorschlag der Stärkung der beiden kooperativen Gesamtschulen EKS und GSS, wären zunächst keine Neubauten erforderlich gewesen. Und diese Vorschläge hätten direkt umgesetzt werden können. Wenn sich dann ein Zuspruch für die EKS entwickelt hätte, hätte vermutlich ohne Probleme auf dem Gelände der EKS, das meines Wissens Kreisgebiet ist, ein Anbau für den 2 + 3 Zug erbracht werden können.

Wieso müssen immer große Räder gedreht werden?

Wieso nicht mal einen anderen Weg gehen, der vielleicht nicht so spektakulärer ist und im wahrsten Sinne nicht an der Bergstraße liegt, aber dafür pragmatisch und kostengünstiger.

Klaus Alföldi

Dr. Klaus Alföldi Ortsverbandsvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen Bürstadt al.alfoeldi@gmail.com

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