IPCC Special Report on Global Warming of 1.5°C

CO2-Budget

Die Politik ignoriert gezielt die wichtigste Kenngröße für das Überleben der menschlichen Zivilisation. Die jungen Aktivisten von den Fridays for Future fordern zurecht die Einhaltung der von Klimawissenschaftler abgeschätzten CO2-Budgets ein.

CO2 Bleibt „ewig“ in der Atmosphäre

Während bei anderen Umweltkrisen, wie etwa dem Ozonloch oder dem Waldsterben durch Schwefeldioxid-Emissionen in den 1980er Jahren, die Krise bereits durch leichtes Absenken der freigesetzten Schadstoffmenge pro Jahr bewältigt wurde, wird das bei der Klimakrise nicht ausreichen.

Vielmehr unterscheidet sich die Klimakrise wesentlich dadurch, dass die Menschheit pro Jahr größenordnungsmäßig in etwa so viel CO2 freisetzt wie von der Natur in 100 Jahren abgebaut werden könnte. Für menschliche Zeiträume bedeutet dies: Was wir heute an CO2 in die Atmosphäre freisetzen, bleibt dort erhalten, egal ob wir es heute oder in 10 Jahren freisetzen.

Die Badewanne als Metapher

Das entspricht einer Badewanne, deren Abfluss verstopft ist. Wenn man das Wasser langsamer einlaufen lässt, dann dauert es zwar länger, bis die Badewanne voll ist. Aber überlaufen wird sie irgendwann trotzdem.

Daher muss die Menschheit den Zufluss von CO2 verlangsamen und gleichzeitig Methoden umsetzen, um wenigstens ein bisschen CO2 auch wieder aus der Badewanne heraus zu schöpfen. Die Größe dieser Badewanne, oder genauer gesagt, was davon noch nicht mit CO2 gefüllt ist, das wird als CO2 Budget bezeichnet.

Die 1,5 °C „Badewanne“

Die Staaten haben im Pariser Klimavertrag von 2015 vereinbart, die Klimaerhitzung auf „Deutlich unter 2°C zu halten und Anstrengungen zu unternehmen sie unter 1,5°C“ zu halten.

Was also ist zu tun, um die Klimaerhitzung unter 1,5°C zu halten? Der IPCC hat einen Bericht dazu verfasst und darin ist folgende Übersicht der restlichen Budgets, je nachdem welche Temperatur man erreichen will und wie viel Risiko man dabei eingehen will:

Verbleibendes CO2 Budget Lt Table 2.2 IPCC SR 15

Wenn wir nun in der 2. Spalte auf die 1,5 °C gehen und die 5. Spalte auswählen, weil wir mit 66% Wahrscheinlichkeit das Ziel zumindest wahrscheinlicher erreichen wollen als es nicht zu erreichen, dann lesen wir in der 5. Spalte ein verbleibendes Budget von 420 GtCO2 ab.

Aber in Spalte 6 steht dann noch was von „Earth System Feedbacks“. Die Werte in Spalten 3 bis 5 sind TCRE-Werte (transient climate response to cumulative emissions of carbon). Das heißt, die 1,5°C werden kurzfristig erreicht, wenn wir ca. 420 GtCO2 ausstoßen. Aber langsamere Veränderungen werden dazu führen, dass sich die Erde von da an auch dann noch weiter erwärmen wird, wenn wir gar kein CO2 mehr ausstoßen werden. Um dies zu berücksichtigen sieht Spalte 6 vor, von den 420 GtCO2 nochmals 100 GtCO2 abzuziehen. Bleiben also noch 320 GtCO2 wenn wir nicht nur in den nächsten 50 Jahren, sondern auch in den nächsten 200 Jahren unter 1,5°C bleiben wollen.

Eine GtCO2 bedeutet eine Gigatonne CO2. Also 1.000.000.000 mal 1000 kg CO2 Gas. Das erscheint erst mal recht viel. Bedauerlicher Weise liegen die Emissionen weltweit bei über 40 GtCO2 pro Jahr. (Dabei werden Freisetzungen anderer Treibhausgase, wie z.B. Methan im Verhältnis ihrer Stärke im Vergleich zum CO2 berück­sichtigt).

Die Budget-Zahlen gelten für den 1.1.2018, wir müssen also außerdem die Emissionen der letzten 2,5 Jahre abziehen. Das heißt von 320 GtCO2in 2018 stehen jetzt noch 320 – 2,5 * 40 GtCO2 = 220 GtCO2 zur Verfügung.

Was bedeuten 220 GtCO2 weltweit?

Demnach ist das CO2 – Budget der Welt für das 1,5°C Ziel in 220 / 40 = 5,5 Jahren aufgebraucht! Dies symbolisiert auch die CO2-Uhr des Mercator Instituts:

Was bedeuten 220 GtCO2 weltweit für Deutschland?

In Deutschland leben ca. 83 Millionen Menschen. Das sind 1,07 % der Weltbevölkerung. Demnach stehen uns vom verbleibenden Budget von 220 GtCO2 1,07 % = 2,36 GtCO2 zu. Laut Umweltbundesamt setzt Deutschland im Jahr 0,805 GtCO2 frei. Der faire Anteil des CO2 Budgets wäre also in 2,36 / 0,805 = 3 Jahren aufgebraucht.

Wären mehr als 1,5°C denn so schlimm?

Zur Zeit haben wir eine Klimaerwärmung von 1°C und wir sehen bereits eine deutliche Zunahme von teuren Schäden. Die Zunahme von 1°C auf 1,1°C wird die jährlichen Schäden mehr erhöhen als es die Zunahme von 0°C auf 0,1°C getan hat. Und die Zunahme von 1,1°C auf 1,2°C wird die jährlichen Schäden wieder mehr erhöhen.

Der IPCC-Bericht SR15 hat eine Illustration, wie die Risiken für verwundbare Erdsysteme bei steigender Temperatur steigen:

SR15 Summary for Policymakers Figure SPM.2

B.4.2. […] Korallenriffe werden beispielsweise voraussichtlich um weitere 70-90% abnehmen bei 1,5°C (hohe Erkenntnis-Sicherheit) mit größeren Verlusten (>99%) bei 2°C (sehr hohe Erkenntnis-Sicherheit)“

IPCC AR 15 Zusammenfassung für Entscheidungsträger B.4.2 Übersetzung Bernd Herd

Jedes Zehntelgrad zusätzlicher Erwärmung wird also für tausende von Jahren jedes Jahr erhebliche Schäden verursachen.

2°C wären bereits riskant und nahezu unerträglich

Im Moment gehen die Wissenschaftler nicht davon aus, dass eine Temperaturzunahme bis 2°C zu einem Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation führen wird.

Aber es wäre auch nicht mehr weit davon entfernt. Während in den Klimawissenschaften in den letzten Jahr­zehnten die Einschätzung über die Erwärmung der Erde in °C durch CO2 sich kaum verändert hat, wird der Einfluss der Erwärmung auf die Erdsysteme (Eis, Regenwälder…) und die menschliche Zivilisation mit zunehmender Sorge gesehen. Noch 2009 bei den Klimaverhandlungen von Kopenhagen wurden 2°C Erwärmung von den Wissen­schaftlern als ähnlich gefährlich betrachtet wie heute 1,5°C Erwärmung.

Vergleich der Risikoeinschätzung in IPCC-Berichten 2001 bis 2018

2°C Klimaerwärmung kämen nach heutiger Einschätzung einer globalen Katastrophe gleich.

Die Zielsetzung, die Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen ist „verrückt“ und ein „Rezept für eine Katastrophe“.

Der langjährige NASA Klimawissenschaftler James Hansen 2015. Übersetzung von Bernd Herd

Eine offizielle EU-Studie des „European Strategy and Policy Analsysis System“ hat das so formuliert:

Ein Anstieg von 1,5°C ist das höchste was der Planet tolerieren kann; sollten die Temperaturen nach 2030 darüber hinaus steigen, werden wir sogar noch mehr Dür­ren, Überflutungen, extreme Hitze und Armut für hunderte von Millionen Menschen und wahrscheinlich den Untergang der verwundbarsten Be­völker­ungen erleben. Und schlimmstenfalls das Aussterben der gesamten Menschheit.

Global Trends to 2030. Challanges and Choices for Europe, Seite 11f. Übersetzung von Bernd Herd

Spezialisten des World Economic Forums haben die Gefahren durch Klimawandel als Bedrohlicher eingestuft als Massenvernichtungswaffen:

Die sind die 5 wichtigsten Risiken sortiert nach der Schwere des Auswirkungen über die nächsten 10 Jahre:

– Versagen bei Vermeidung von und Anpassung an den Klimawandel
– Massenvernichtungswaffen
– Bedeutende Verluste an Biodiversität und Zusammenbruch von
   Ökosystemen
– Wetterextreme (zum Beispiel Überlutungen, Stürme und so weiter)
– Wasserversorgungskrisen

Burning Planet: Climate Fires and Political Flame Wars Rage. Übersetzung von Bernd Herd

Bekenntnisse zum 1,5°C Ziel

Während ich im Oktober 2019 bei einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister noch frustriert feststellen musste, dass dieser unter Ignoranz des Pariser Klimavertrags am veralteten 2°C Ziel festhielt, haben wichtige Politiker sich mittlerweile zum 1,5°C Ziel bekannt:

  • Das Europäische Parlament hat am 28. Nov 2019 den Klimanotstand ausgerufen und sich zum 1,5°C Ziel bekannt.
  • Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel in Ihrer Rede 2019 in Davos: „Die Frage der Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens könnte eine Frage des Überlebens für den ganzen Kontinent sein. Und deshalb ist Handlungsdruck da, weil wir wissen, dass wir die Ziele von Paris, vor allen Dingen das Ziel, die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu bringen, mit den jetzigen Verpflichtungen nicht erreichen..“. Youtube 3:50

Negative Emissionen

Da es völlig unmöglich ist, alle CO2 Freisetzungen zu vermeiden, muss die Menschheit Techniken umsetzen, um die unvermeidlichen CO2 Freisetzungen zu kompensieren. In Frage kommen z.B. geänderte Praktiken in der Land­wirt­schaft, durch welche die Land­wirt­schaft von einem großen Verursacher von CO2 Freisetzungen in Zukunft zu einer Quelle negativer Emissionen werden könnte. Daneben Wieder-Aufforstungen und z.B. BeCCS.

Wenn man diese Techniken in großem Maßstab anwenden könnte, dann könnte man in den nächsten Jahren zu viel freigesetztes CO2 später wieder dauerhaft binden:

IPCC SR15 Summary for Policy Makers Figure SPM.3a

Die Pfade mit geringem Überschießen (Overshoot) der CO2 Freisetzung sind hier in Blau darge­stellt. Beachten Sie bitte den extrem scharfen Abfall der blauen Kurven in den Jahren 2020-2030.

Die grauen Kurven mit Überschießen sind dagegen genau das, nach was unsere kon­ser­va­tiven Politiker gesucht haben: Statt nach Jahrzehnten wirkungsloser rein kosmetischer Maßnahmen nun sofortige einschneidende und wirksame Maßnahmen einzuleiten, wird zwar das 1,5 °C Ziel anerkannt, aber den heute jungen Menschen auferlegt, in 30 Jahren gigantische Mengen CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entnehmen. Die nächste und übernächste Generation müsste demnach in etwa ähnlich viel CO2 wieder entfernen, wie diese Generation in den nächsten 30 Jahren freisetzen wird. Eine unvorstellbar riesige Menge.

Sind Szenarien mit Überschießen realistisch?

Wissenschaftler haben verschiedentlich bezweifelt, dass Technologien für negative CO2 Emissionen in so großem Umfang umgesetzt werden können, wie dies für die grauen 1,5°C Szenarien notwendig wäre. Zum Beispiel:

Aufgrund der Unsicherheiten, der zukünftigen Kosten und der Unsicher­heit in der sozialen Akzeptanz dieser Technologien wäre es unverantwortlich sofortige Maßnahmen zum Klima­schutz zu verzögern, und wir würden die kurzfristige Gelegen­heit zum Eintritt in effektiven Klimaschutz verpassen.

Ottmar Edenhofer in „Experts assess the feasability of negative emissions“ Übersetzung Bernd Herd

Es ist schwer vorstellbar, dass Kohlenstoff­entnahmen in der Größenordnung von 600-800 GtCO2 entsprechend 15-20 Jah­ren jährlicher Emissionen während des 21. Jahr­hunderts umgesetzt werden können.

Oliver Geden in „Experts assess the feasability of negative emissions“ Übersetzung Bernd Herd

Skeptical Science hat einen bemerkenswerten Bericht „A brief history of climate challanges and technology promises“ darüber, wie die Weiterentwicklung der Klimawissenschaften und der Technologie immer wieder die Vorstellungen davon geändert hat, wie wir die Klimakatastrophe in der Zukunft bewältigen können, ohne in der Gegenwart ernsthafte Anstrengungen zu unternehmen. Google Übersetzung.

Es besteht die Gefahr, dass diese Technologie-Erwartungen ebenso enttäuscht werden wie der Optimismus zur Endlagerung von Hochradioaktiven Brennelementen (Kein Staat hat dafür bisher eine Lösung) oder der Opti­mismus beim Betrieb des Salzstocks Asse II noch in den 90er Jahren.

Gerechtigkeitsfragen

Während Fragen zur Größe des globalen CO2 – Budgets naturwissenschaftlich be­ant­wor­tet werden können, sind Fragen zur Aufteilung dieses Budgets auf die Menschen und Staaten nicht allein naturwissenschaftlich zu beantworten. Es sind Fragen der Gerechtigkeit und der politischen Umsetzbarkeit.

Und hier wird es politisch. Die Bundesumweltministerin hat sich geweigert, ein CO2 – Budget für Deutschland zu beziffern:

Sie sagt gebetsmühlenartig, dass Deutschland bis 2050 CO2 – Neutral werden muss. Aber die Analyse des IPCC zeigt deutlich, dass es sehr unterschiedliche Szenarien gibt, wie man das 1,5°C Ziel und Klimaneutralität bis 2050 anvisieren kann. Und dass die Auswirkungen auf die nächste Generation gravierend unterschiedlich sein werden:

IPCC SR15 Summary for Policy Makers Figure SPM.3a

Und auf diese globale Frage kommt die Frage, welchen Teil der Gesamtemissionen Deutschland für sich beansprucht, noch hinzu!

Wieso dieser Plan gefährlich ist

Neben der ungerechten Belastung der nächsten Generation verursachen die überschießenden CO2 – Freisetzungen auch noch andere Risiken.

Instabilität des Erdsystems

In der Systemtheorie gilt ein System als Stabil, wenn es nach kleinen Störungen in die Ausgangslage zurückkehrt. In der Natur findet man fast nur stabile System vor, weil instabile System schon vor langer Zeit in einen neuen stabilen Zustand gekippt wären.

Wenn die Auslenkung aus der Ruhelage aber hinreichend groß ist, dann können viele komplexe Systeme kippen. Ist der Kippvorgang erst einmal eingeleitet, so läuft er ohne weitere äußere Einwirkung ab und kann daher nur schwer wieder aufgehalten werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass bereits eine kurzfristige Überschreitung der erträglichen globalen Erwärmung einen Kippvorgang zu einem neuen, für uns Menschen nachteiligen neuen Gleichgewicht führen kann.

Ein Beispiel für ein solches Verhalten ist Feuer: Wenn das Haus erst mal Feuer gefangen hat, ist es schwer, es wieder zu löschen.

Wissenschaftler sehen im Erdsystem mehrere solche Kippelemente, und sie sind in ihrer Gefährlichkeit schwer zu beurteilen. Während vor 20 Jahren solche Kipppunkte erst bei hohen Temperaturen > 3°C vermutet wurden, fürchten wir heute schon Kippelemente bei 1,5 °C.

Viel Aufmerksamkeit hat die Studie „Trajectories of the Earth System in the Anthropocene“ erzielt. In den Deutschen Medien wurde darüber als Gefahr einer „Heißzeit“ berichtet.

Der Gedanke dahinter ist, dass ein kurzer, aber starker Schub von CO2 – Freisetzungen zu einer langfristigen Änderung des Weltklimas zum Nachteil der Menschheit führen kann. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist umso größer, je mehr CO2 wir freisetzen und es kann dann schon zu spät sein um die Sache noch mit negativen Emissionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Instabilität der Menschlichen Zivilisation

2015 haben die Klimaverhandlungen mit dem Übereinkommen von Paris ihren bisher größten Zwischen-Erfolg erzielt. Für einen solchen Verhandlungs-Erfolg ist eine umfang­reiche Kooperation zwischen Regierungen erforderlich.

Der Klimawandel ist ein Krisenverstärker, der auf vielerlei Weise vorhandene Krisen verstärkt. Zum Beispiel trägt er zu Flüchtlingsströmen bei, auf die viele Bürger mit der Wahl rechter Parteien wie der AfD reagieren. Seit 2015 haben rechte Politiker an Macht gewonnen in den USA, Brasilien, Ungarn, Polen und anderen Staaten.

Diese Veränderungen werden zukünftige Klimaverhandlungen erschweren. Zum Beispiel kann die für dieses Jahr angesetzte Klimaverhandlung COP 21 in Glasgow wegen Covid-19 gar nicht erst stattfinden. Die Klimaverhandlungen in Chile letztes Jahr konnten wegen Unruhen nicht stattfinden und wurden nach Madrid verlegt. Dort hat nicht zuletzt die rechtsextreme Regierung von Brasilien Fortschritte verhindert.

Es kann also zu einem Teufelskreis-Prozess kommen: Je mehr Katastrophen die Menschen erleiden, umso weniger könnten wir zur Kooperation als Staatengemeinschaft in der Lage sein und in der Folge dem Klimawandel umso hilfloser ausgesetzt sein.

Diese Politik des Überschießenden CO2 – Budgets kann also dazu führen, dass die Struk­turen, die für den Kampf gegen den Klimawandel benötigt werden, zusammen brechen könnten.

Die Folge wäre dann ein ungebremster Klimawandel mit 3-4 °C Klimaewärmung bis 2100, was eine unvorstellbare Katastrophe darstellen würde, nur zu vergleichen mit der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren.

Die Fridays for Future Bewegung

Im Vergleich zur Größe des Problems sind die Forderungen der Fridays for Future Bewegung nicht so extrem, wie es von vielen wahrgenommen wird, sondern eher moderat:

  • Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels

Für Deutschland:

  • Nettonull 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Ab Sofort:

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine CO2-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2

Man kann daraus ablesen, dass die Aktivisten sich sehr wohl bewusst sind, dass ein Ausstieg ganz ohne Überschießen wirtschaftlich nicht zu verkraften wäre.

Aber die derzeitige Politik der deutschen Bundesregierung und der EU wird von den Aktivisten als Betrug an der jungen Generation betrachtet.

Extinction Rebellion

Die Forderungen von Extinction Rebellion gehen da schon weiter:

  1. Sagt die Wahrheit
  2. Treibhausgas-Emissionen bis 2025 auf Netto-Null
  3. Die Regierung muss eine Bürger:innenversammlung für die notwendigen Maßnahmen gegen die ökologische Katastrophe und für Klimagerechtigkeit einberufen.

Extinction Rebellion nimmt also die Aussage „Unser Haus Brennt“ von Greta Thunberg weit wörtlicher als die Fridays For Future Bewegung und fordert, dass wir sofort mit dem Löschen beginnen, auch wenn das Haus hinterher Wasserschäden hat.

Greta Thunberg

Greta Thunberg hat in ihrer hervorragenden Rede am 4.3.2020 im europäischen Parlament genau diese Fragen sehr präzise und hörenswert adressiert. Und darum geht es im zweiten Teil dieses Beitrags „Unser Haus brennt immer noch„.

Bernd Herd

Dipl. Ing. Bernd Herd (TH), Software Entwicklung http://www.herdsoft.com/ Telefon: 06206-707775

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