GSS-Climate-Project lernt fliegen

Video des Photovoltaik-Projekts

Das Photovoltaikprojekt, welches die Klasse Eb der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim erfolgreich mit dem Landrat Christian Engelhardt (CDU) und der Energiegenossenschaft Starkenburg durchgeführt hat, nimmt weiter Kurs nach „oben“. Durch die tatkräftige Mithilfe des Schülers Philipp Sartorius aus einer Parallelklasse konnten die Schüler nun einen Videoclip gestalten, welcher das Projekt und die Projektpartner vorstellt. Mit diesem und anderem Material haben sich die Schüler auch beim bundesweiten Wettbewerb „Energiesparmeister 2020“ beworben und fiebern nun der dortigen Jury-Entscheidung entgegen.

Ein zukunftsweisendes Projekt

Dieses ausgesprochen vorbildliche Projekt zeigt eine optimale Integration von Schulen mit engagierten Bürgern. Die Schüler befassten sich in verschiedenen Kleingruppen ausführlich mit Planung, Technik und Finanzierung des Vorhabens. Das ist vorbildlich! Ich bin total begeistert!

Eingang der Geschwister Scholl Schule Benhseim
Eingang der Geschwister Scholl Schule Benhseim

https://www.gss-bensheim.de/tag/projekt/

Die Gelder für die Finanzierung des Projekts wurden von der Energiegenossenschaft Starkenburg nach dem Zwiebelschalenprinzip unter Anderem von Lehrern und Schülern der Geschwister-Scholl-Schule eingeworben.

Anlage mittels Bürgerbeteiligung dreifach durchfinanziert

Auch die finanzielle Seite des Projekts macht den Schülern mächtig gute Laune. Laura Hartnagel erinnert: „Durch unseren Kooperationspartner, die Energiegenossenschaft Starkenburg, konnten wir ja die gesamte Anlage aus Bürgerhand finanzieren. Nach dem Zwiebelschalenprinzip bekommen die direkt betroffenen Personen den Vorzug bei der ethisch vorbildlichen Geldanlage. Bis jetzt haben sich Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Nachbarn zum Anteilskauf beworben.“ Auf Nachfrage bei der Energiegenossenschaft Starkenburg, wie viel Geld denn bis jetzt zur Einlage angemeldet wurde, konnten die Schüler zunächst ihren Augen und Ohren kaum trauen: „Es sind bis heute schon mehr als 230.000 Euro zusammengeflossen. Das heißt, dass unsere Anlage schon jetzt mehr als dreimal durchfinanziert ist, wie man im Banker-Deutsch sagt“, rechnet Madlena Hairapetowa vor.

Mehr Dachfläche benötigt

Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler des Politik und Wirtschaft-Kurses von Lehrer Frank Maus bei einer gemeinsamen öffentlichen Informationsveranstaltung mit Micha Jost und Georg Schumacher von der Energiegenossenschaft Starkenburg vor interessierten Eltern, Schülern, Lehrkräften und Bürgern die Funktionsweise der Photovoltaik und das Finanzierungsmodell vorgestellt. Aktuell brüten die Schüler daher über einer sehr angenehmen Aufgabe: Was stellt man jetzt mit der Situation der finanziell überzeichneten PV-Anlage an ? „Wir werden wohl unseren Schirmherren, Herrn Landrat Christian Engelhardt, nochmal um Unterstützung bitten müssen“ fassen Adriano Gozdz und Danielle Aurin ihre Prognosen zusammen. „Es erscheint uns nicht angebracht, die einlagewilligen Menschen jetzt vor den Kopf zu stoßen und ihnen die Anteile zu verweigern. Wir brauchen schlicht mehr Dachfläche für einen angemessenen Ausbau unserer Anlage. Gut, dass sich noch jede Menge ungenutzter Dachflächen auf unserem GSS-Schulgebäude befinden. Das wäre das Beste für das Klima, die hier lebenden Menschen und den Landkreis Bergstraße, der unser Vorhaben ebenfalls von Anfang an unterstützte.“

Bleibt das einzige Projekt im Kreis Bergstraße

Leider hat Michael Jost von der Energiegenossenschaft Starkenburg beim letzten persönlichen Treffen des Klimabündnisses Bergstraße mitgeteilt, dass der Kreis Bergstraße beschlossen hat, kein weiteres derartiges Projekt mehr auf Schulen durchzuführen. So weit ich das verstanden habe, plant der Kreis einen Mitarbeiter einzustellen, der Photovoltaik-Anlagen entwickelt, so dass der Kreis Einnahmen aus den PV-Anlagen erwirtschaften kann.

Natürlich ist es unbedingt sinnvoll, dass der Kreis alle seine dafür geeigneten Gebäude mit Photovoltaik belegt. Allerdings verpasst man die Gelegenheit, die Schüler für den Photovoltaik-Ausbau zu motivieren und auszubilden.

Um Deutschland großteils mit erneuerbare Energien zu versorgen, muss in den nächsten Jahrzehnten die Mehrzahl unserer Dächer mit Photovoltaik ausgestattet werden. Da ist so viel zu tun, dass wir interessierte Schüler mit Grundkenntnissen ausstatten sollten. Der Kreis hat gewiss noch genügend andere Photovoltaikanlagen auf anderen Dächern zu entwickeln.

Schulprojekt in Bürstadt

Ich würde mir wünschen, dass wir ein solch vorbildliches Schulprojekt ebenfalls an unserer Erich-Kästner-Schule durchführen würden. Mit Projektunterricht für die Schüler. Und der erfahrenen Energiegenossenschaft Starkenburg als Partner. Oder eben mit Energie-Ried.

Bernd Herd

Dipl. Ing. Bernd Herd (TH), Software Entwicklung http://www.herdsoft.com/ Telefon: 06206-707775

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